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Heidelberger GAH Gruppe profitiert vom Investitionsboom bei den Energieversorgern und erzielt Rekordergebnis Auftragseingang der Heidelberger GAH Gruppe erstmals über 1 Milliarde Euro
Ob Deutschland wirklich auf eine Lücke in der Stromversorgung zusteuert, hängt von vielen Faktoren ab und gilt keineswegs als sicher. Immerhin haben die großen Energiekonzerne längst begonnen, die Kapazitäten von Kraftwerken und Versorgungsnetzen auszubauen. Neben Ersatzneubauten in der Energieerzeugung stehen neue Hochspannungstrassen auf dem Plan, um die enorm zugenommene Zahl von Windkraftanlagen an Nord- und Ostsee besser ans Netz anzubinden und dem deutschen Stromnetz die nötige Kapazität für künftige internationale Strom-Durchleitungen zu verschaffen.
Zu den Profiteuren dieses Investitions-Booms gehört die GAH Anlagentechnik Heidelberg GmbH. Die Gruppe bietet Dienstleistungen rund um die Erzeugung, Übertragung, Verteilung und Anwendung von Energie sowie Services im Bereich Telekommunikation. Mit 25 Beteiligungsgesellschaften ist die Gruppe in Deutschland und Osteuropa aktiv. Zu ihren Kunden zählen alle großen deutschen Energieerzeuger und Netzbetreiber, Stadtwerke, Industrie und Telekommunikationsunternehmen.
Wie erwartet stark entwickelte sich das Geschäftsjahr 2007, dessen Ergebnisse die GAH Gruppe am Mittwoch in Heidelberg vorstellte. Der Auftragseingang der Gruppe überschritt erstmals in ihrer Geschichte die magische Grenze von 1 Mrd. € und liegt damit mehr als 30 % über dem Vorjahreswert.
Ebenso überzeugend der Nettoumsatz, der von 697 Mio. € in 2006 um 15 % auf knapp 800 Mio. € in 2007 zulegte. Der Cash-flow bewegt sich mit 62,9 Mio. € auf dem hohen Niveau des Vorjahres und sichert dem Unternehmen damit weiterhin Spielraum für Großprojekte und Akquisitionen. Wie gut die Aussichten für zukünftiges Wachstum stehen, lässt sich am Arbeitsvorrat ablesen: Die Gruppe hat für 2008 nach dem ersten Quartal Aufträge im Wert von 764 Mio. € in der "Pipeline" - das sind bereits jetzt schon 8 % über dem Planwert.
Erfolg, der sich auch im Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern (EBIT) 2007 widerspiegelt: Mit 35,3 Mio. € übertrifft die GAH Gruppe das Vorjahresergebnis um mehr als 50 %.
2007 - ein Jahr mit echten Rekordaufträgen für den Heidelberger Technikkonzern. Der Geschäftsbereich Energie- und Anlagentechnik (EAT) profitierte von zwei RWE-Großprojekten zur Errichtung von Hochdruck-Rohrleitungssystemen in den Kraftwerken Neurath und Westfalen. Gesamtvolumen: 150 Mio. €. Und mit 89 Mio. € erhielt die Gruppe 2007 sogar den größten Einzelauftrag ihrer Geschichte: Als Generalunternehmer realisiert sie ein hochmodernes Gas-und-Dampf-Kraftwerk in Linz.
Dynamisches Wachstum auch im Bereich Freileitungsbau: Von der Deutschen Bahn AG erhielt die Gruppe einen 11-Mio.-Auftrag zum Bau einer 110-kV-Bahnstromleitung; aus Tschechien kam ein Millionenauftrag über die Errichtung einer Hochspannungstrasse mit 205 Masten.
Zufrieden stellend verlief die Entwicklung im GAH Geschäftsbereich Energieversorgungs- und Kommunikationstechnik (EKT). Abschläge durch Preiseinbrüche, die auf dem Mobilfunksektor entstanden, konnte die Gruppe durch Wachstum im Bereich Bahntechnik ausgleichen. So beauftragte die DB Netz AG die GAH Gruppe mit der Modernisierung der kompletten Telekommunikations- und Signaltechnischen Infrastruktur eines Bahnhofs auf der Ausbaustrecke Berlin-Frankfurt/Oder.
Konzentrieren auf die Kernkompetenzen, aus eigener Kraft wachsen, in profitablen Geschäftsfeldern gezielt zukaufen - die GAH Strategie wurde 2007 erfolgreich fortgesetzt. Beteiligungsgesellschaften, die nicht 100%ig ins Portfolio passten, wurden veräußert, die Kerngeschäftsfelder EKT und EAT weiter gestrafft.
Mit dem Kauf der Finow Rohrsysteme GmbH konnte die Gruppe ihre Kompetenzen im Kraftwerksbau erweitern. Und durch Übernahmen bzw. Neugründungen von tschechischen bzw. rumänischen Leitungsbau- und Anlagenbauunternehmen verbesserten die Heidelberger ihre Marktstellung in Osteuropa.
Zum idealen Zeitpunkt wurde auch die Akquisition der FBG-Freileitungsbau GmbH abgeschlossen - 190 neue Mitarbeiter an drei neuen Standorten verstärken jetzt den Hochspannungs-Freileitungsbau der Gruppe, ein Bereich, in dem sich derzeit besonders attraktive Auftragseingänge abzeichnen.
Trotz der Erfolge geben sich die Heidelberger nicht blauäugig. Künftige Entscheidungen der Bundesnetzagentur, die mögliche Trennung von Energieerzeugung und Energieverteilung, schließlich die CO2-Problematik - diese Faktoren könnten die Investitionsfreude der Versorger dämpfen. "Wir sind hervorragend aufgestellt und deshalb in einer komfortablen Lage - wir glauben an die Fortsetzung des Booms und blicken optimistisch in die Zukunft", sagte GAH Geschäftsführer Wolfgang Schwarzenbacher. Die GAH Gruppe sei an fast allen entscheidenden Kraftwerksprojekten beteiligt, und zum Ausbau der Energie-Infrastrukturen gebe es langfristig keine Alternative.
Entsprechend positiv sieht man auch die personelle Entwicklung in der GAH Gruppe. Mit Dr. Steffen Otto konnte ein hochqualifizierter neuer Geschäftsführer für den Bereich Energieversorgungs- und Kommunikationstechnik (EKT) gewonnen werden. Dr. Otto bekleidete zuvor eine leitende Position eines anderen Branchen-Insiders. Weitere Spezialisten und Führungskräfte werden in nahezu allen Unternehmensbereichen gesucht. "Gute Leute sind schwer zu bekommen", lautet das Fazit von Geschäftsführer Michael Heeß, "da lassen wir uns eine ganze Menge einfallen."
Das Unternehmen setzt in Zukunft verstärkt auf die innerbetriebliche Weiterqualifizierung seiner derzeit rund 4.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Daneben sind bundesweit ca. 600 technische und gewerbliche Stellen zu vergeben. 07.05.2008
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